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Fragst du dich, wie deine Ernährung das Krebsrisiko beeinflusst? Eine große Meta-Analyse hat den Zusammenhang zwischen der Mittelmeer-Diät und Bauchspeicheldrüsenkrebs untersucht. Du erfährst, wie diese Ernährungsweise das Risiko senken könnte und warum der beobachtete Schutzeffekt bei Männern stärker ausfiel.
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Fragst du dich, wie deine Ernährung das Krebsrisiko beeinflusst? Eine große Meta-Analyse hat den Zusammenhang zwischen der Mittelmeer-Diät und Bauchspeicheldrüsenkrebs untersucht. Du erfährst, wie diese Ernährungsweise das Risiko senken könnte und warum der beobachtete Schutzeffekt bei Männern stärker ausfiel.
Bauchspeicheldrüsenkrebs gehört zu den gefährlichsten Krebsarten, doch deine Ernährung könnte eine Rolle im Schutz davor spielen. Eine neue, umfassende Analyse hat gezeigt: Wenn du dich stärker an die Mittelmeerdiät hältst, könnte dein Risiko für diese Krebsart um etwa 10 Prozent sinken. Diese Ernährungsweise, reich an Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Fisch und Olivenöl, scheint besonders bei Männern und in Regionen, deren Ernährungsgewohnheiten sich stark von der Mittelmeerdiät unterscheiden, positive Effekte zu haben.
Es wird vermutet, dass die vielen Antioxidantien, gesunden Fette und Ballaststoffe in dieser Diät Entzündungen und oxidativen Stress im Körper reduzieren können, die mit der Krebsentstehung in Verbindung gebracht werden. Auch wenn der genaue Mechanismus noch weiter erforscht werden muss, ist dies ein vielversprechender Hinweis darauf, wie du durch eine bewusste Ernährung zu deiner Gesundheit beitragen kannst.
Die Frage, ob die Mittelmeer-Diät vor Bauchspeicheldrüsenkrebs schützen kann, ist von großer Bedeutung, denn Bauchspeicheldrüsenkrebs gehört zu den tödlichsten Krebsarten. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate liegt bei unter fünf Prozent, was die Dringlichkeit unterstreicht, mögliche präventive Faktoren zu erforschen. Diese Krebsart macht 1,8 % aller bösartigen Tumore aus und ist für 4,6 % aller krebsbedingten Todesfälle sowie für 3,9 % der krebsbedingten, an Behinderung angepassten Lebensjahre (DALYs) verantwortlich.
Es gibt eine Vielzahl bekannter Risikofaktoren für Bauchspeicheldrüsenkrebs, darunter Rauchen, Diabetes, ein hoher Body-Mass-Index (BMI), Alkoholkonsum, Pankreatitis, das Vorhandensein oder Fehlen bestimmter Bakterien im Magen-Darm-Trakt und andere Risikofaktoren. Studien haben gezeigt, dass Ernährungsmuster bei der Prävention und Behandlung relevanter Probleme und Krankheiten sowie bei der Bewertung des Zusammenhangs zwischen Nahrung und Mortalität erheblich vorteilhafter sein können als einzelne Nährstoffe.
Die Mittelmeer-Diät (MD) gilt weithin als gesundheitsfördernd. Sie zeichnet sich durch den Verzehr von Fisch, ungesättigten Fetten, Vollkornprodukten, Obst und Gemüse, Nüssen, Hülsenfrüchten und Olivenöl aus. Milchprodukte werden in Maßen und Fleisch sowie verarbeitete Fleischprodukte nur begrenzt konsumiert. Frühere Forschungen haben gezeigt, dass die Einhaltung der MD das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduzieren und mit einem geringeren Risiko für Typ-2-Diabetes sowie einige Krebsarten verbunden sein kann.
Die MD enthält Antioxidantien, Polyphenole, ungesättigte Fette, Ballaststoffe und Glucagon-ähnliche Peptid-Agonisten, die Entzündungen und oxidativen Stress reduzieren – beides Faktoren, die im komplexen Karzinogenese-Netzwerk eine Rolle spielen. Doch ihre spezifische Rolle beim Bauchspeicheldrüsenkrebs war bislang unklar. Frühere Studien lieferten hierzu widersprüchliche Ergebnisse: Einige deuteten auf einen schützenden Zusammenhang hin, während andere keine signifikante Beziehung fanden. Zudem hatten frühere Meta-Analysen, die verschiedene Ernährungsweisen untersuchten oder sich zu breit auf alle Krebsarten konzentrierten, methodische Probleme, die eine zuverlässige Einschätzung erschwerten.
Auch eine neuere Meta-Analyse in diesem Bereich enthielt Ungenauigkeiten wie das Weglassen von Studiendaten, Fehler bei der Informationsgewinnung und nicht übereinstimmende Effektstärken.
Aus diesen Gründen wurde eine neue, umfassende und aktuelle Meta-Analyse von Kohortenstudien durchgeführt, um diese methodischen Mängel zu beheben und ein klareres Bild zu gewinnen. Eine Meta-Analyse ist dabei wie eine „Über-Studie“, die die Ergebnisse vieler einzelner Untersuchungen bündelt und statistisch auswertet. Dadurch kann sie ein wesentlich zuverlässigeres Gesamtbild liefern, als es eine einzelne Studie könnte. Diese neue Meta-Analyse wurde nach strengen Richtlinien durchgeführt und konzentrierte sich auf Langzeit-Beobachtungsstudien, sogenannte Kohortenstudien.
Diese Kohortenstudien umfassten insgesamt 1.144.657 gesunde Teilnehmer, von denen im Studienverlauf 8.133 an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankten. Die Forschenden suchten bis zum 17. März 2025 in den elektronischen Datenbanken Web of Science, PubMed und Scopus nach relevanten epidemiologischen Artikeln, die den Zusammenhang zwischen der Mittelmeer-Diät und dem Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs untersuchten, und zwar ohne zeitliche oder sprachliche Einschränkungen. Die Studien wurden in den USA, Europa sowie Asien und Ozeanien durchgeführt. Alle Studien erfassten Daten zur Inzidenz, zum Risiko und zur Mortalität von Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Die Ernährungsgewohnheiten der Teilnehmer wurden mithilfe validierter Fragebögen zur Lebensmittelhäufigkeit erfasst, und die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs wurde durch die Verknüpfung mit medizinischen Registern und mikroskopisch bestätigt – basierend auf der Histologie des Primärtumors, der Metastasenhilfhistologie, der Zytologie oder Autopsie. Die Qualität der eingeschlossenen Publikationen und das Risiko von Verzerrungen wurden ebenfalls bewertet, wobei vier Studien ein geringes, drei ein mittleres und drei ein schwerwiegendes Verzerrungsrisiko aufwiesen.
Die Auswertung von zehn verschiedenen Langzeitstudien hat ein klares Bild ergeben: Menschen, die sich am stärksten an die Mittelmeer-Diät halten, hatten ein geringeres Risiko, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken, als diejenigen, die sich am wenigsten daran orientierten. Dieses Hauptergebnis der Meta-Analyse zeigt einen Rückgang des Risikos um 10 %, wobei keine statistisch signifikante Heterogenität (I² = 46,72 %, p-Wert = 0,05) zwischen den Studien festgestellt wurde.
Um diesen Zusammenhang genauer zu beziffern, nutzten die Forschenden ein sogenanntes „Hazard Ratio“ (HR), auf Deutsch oft als Risikoverhältnis bezeichnet. Ein Wert von 1,0 würde bedeuten, dass es keinen Unterschied im Risiko zwischen den verglichenen Gruppen gibt. Wenn das Hazard Ratio unter 1,0 liegt, deutet das auf ein geringeres Risiko hin. In dieser Analyse lag das gepoolte Hazard Ratio bei 0,90. Das bedeutet, dass das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs in der Gruppe mit der höchsten Einhaltung der Mittelmeer-Diät nur 90 % des Risikos der Gruppe mit der geringsten Einhaltung betrug – oder eben 10 % niedriger war.
Dieses Ergebnis ist statistisch signifikant, was bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist, dass dieser Unterschied zufällig zustande kam. Dies wird durch das 95 %-Konfidenzintervall (CI) von 0,82 bis 0,98 bestätigt. Ein Konfidenzintervall kannst du dir als einen Bereich vorstellen, in dem der wahre Effekt mit hoher Wahrscheinlichkeit liegt. Da dieser Bereich die 1,0 (also keinen Unterschied) nicht einschließt, ist der gefundene Zusammenhang als verlässlich anzusehen.
Es ist jedoch entscheidend zu verstehen, dass diese Studie eine Korrelation, also einen Zusammenhang, aufzeigt. Sie kann nicht beweisen, dass die Mittelmeer-Diät direkt die Ursache für den Schutz vor Bauchspeicheldrüsenkrebs ist. Stell dir vor, du beobachtest, dass Menschen, die häufig Sport treiben, seltener erkältet sind. Das ist ein Zusammenhang, aber es könnte viele Gründe geben: Sportler haben vielleicht auch eine gesündere Ernährung, rauchen weniger oder schlafen besser.
Ähnlich verhält es sich hier: Da es sich um Beobachtungsstudien handelt, können immer auch andere Lebensstilfaktoren, die mit der Mittelmeer-Diät einhergehen, eine Rolle spielen. Obwohl die Forschenden versucht haben, solche bekannten Einflussgrößen herauszurechnen, kann ein „restlicher Bias“ oder unbeachteter Einfluss nicht vollständig ausgeschlossen werden. Die Studienergebnisse sind ein starker Hinweis auf eine schützende Wirkung, aber kein absoluter Beweis für eine direkte Ursache-Wirkungs-Beziehung.
Nachdem wir den allgemeinen schützenden Effekt der Mittelmeer-Diät auf das Risiko von Bauchspeicheldrüsenkrebs betrachtet haben, stößt du vielleicht auf ein unerwartetes Detail: Dieser potenzielle Nutzen scheint nicht für alle Menschen gleichermaßen zu gelten. Die Meta-Analyse zeigte einen deutlicher ausgeprägten Schutzeffekt bei Männern, während für Frauen kein statistisch signifikanter Zusammenhang festgestellt werden konnte.
Was bedeutet „statistisch signifikant“? Ein Ergebnis gilt dann als statistisch signifikant, wenn die Wahrscheinlichkeit, dass es nur durch Zufall zustande kam, sehr gering ist. Es ist ein starker Hinweis darauf, dass ein echter Zusammenhang besteht. Wenn ein Zusammenhang hingegen nicht statistisch nachweisbar ist, bedeutet das, dass die vorhandenen Daten keinen so klaren und eindeutigen Beleg liefern, um ihn als gesichert anzusehen. Es heißt nicht automatisch, dass kein Effekt existiert, sondern lediglich, dass er mit den vorliegenden Daten nicht überzeugend genug gezeigt werden konnte.
Diese Geschlechterunterschiede werfen die Frage auf: Woran könnte es liegen, dass Männer scheinbar stärker von der Mittelmeer-Diät profitieren als Frauen, wenn es um das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs geht? Die Forscher diskutieren mehrere mögliche Erklärungen.
Eine Möglichkeit liegt in den hormonellen Unterschieden zwischen Männern und Frauen. Hormone spielen eine komplexe Rolle im Körper und können auch Entzündungsprozesse beeinflussen. Es ist denkbar, dass diese geschlechtsspezifischen Hormonprofile unterschiedlich auf die Bestandteile der Mittelmeer-Diät und deren Effekte auf die Entzündungsreaktionen im Körper einwirken.
Eine andere wichtige Überlegung betrifft die Messung der Diäteinhaltung. In den meisten der in dieser Meta-Analyse berücksichtigten Studien wurde der Alkoholkonsum nicht in den „Mittelmeer-Diät-Score“ einbezogen, der bewertet, wie gut jemand die Diät befolgt. Nur in einer von zehn Primärstudien wurde Alkohol berücksichtigt. Wenn nun Männer und Frauen unterschiedliche Trinkgewohnheiten haben, könnte die fehlende Berücksichtigung von Alkohol im Score die Ergebnisse für die beiden Geschlechter unterschiedlich beeinflusst haben und so zu dem beobachteten Unterschied beitragen.
Ein weiterer Faktor, der die Ergebnisse für Frauen beeinflusst haben könnte, ist die Zusammensetzung der analysierten Studien selbst. Bei der Untergruppenanalyse für Frauen wurde festgestellt, dass die Ergebnisse möglicherweise durch eine Verzerrung beeinflusst sein könnten. Zwei der in dieser Analyse enthaltenen Studien wurden ausschließlich mit weiblichen Teilnehmern durchgeführt. Solche spezifischen Studiendesigns können die Aussagekraft der Ergebnisse für die gesamte weibliche Bevölkerung verändern oder beeinflussen.
Die genauen Gründe für diese geschlechtsspezifischen Unterschiede bleiben somit eine offene Frage. Um dies klarer zu verstehen, sind weitere Forschungen notwendig, die diese Aspekte gezielt untersuchen und hoffentlich zu einem vollständigeren Bild der Wirkung der Mittelmeer-Diät bei Männern und Frauen führen.
Wenn du dich fragst, wie streng du die Mittelmeer-Diät einhalten musst, um einen möglichen Schutz vor Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erzielen, liefert die Meta-Analyse eine interessante Erkenntnis: Die Forscher fanden keinen Hinweis auf einen linearen Zusammenhang zwischen der Befolgung der Diät und dem Krebsrisiko. Das bedeutet, dass eine immer striktere Einhaltung nicht automatisch zu einem proportional größeren Schutz führt.
Stattdessen deutet die Analyse auf einen nicht-linearen Effekt hin, was du dir wie eine Art Schwellenwert vorstellen kannst. Die Wissenschaftler haben die Einhaltung der Diät mithilfe eines sogenannten „Mediterranean Diet Score“ (MDS) bewertet. Dieser Score ist ein Punktesystem, das misst, wie gut sich jemand an die Prinzipien der Mittelmeer-Diät hält, indem er den Konsum bestimmter Lebensmittelgruppen bewertet.
Die Ergebnisse zeigten, dass das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs signifikant sank, sobald die Teilnehmer einen MDS von mehr als 4 erreichten. Dieser Effekt wurde mit einem P-Wert für Nicht-Linearität von 0,04 als statistisch bedeutsam eingestuft. Dies ist ein wichtiger Punkt, denn er legt nahe, dass der schützende Effekt nicht erst bei einer nahezu perfekten Einhaltung der Diät einsetzt.
Vielmehr scheint es, dass bereits eine moderate Annäherung an die Ernährungsweise der Mittelmeer-Diät ausreichen könnte, um einen Unterschied zu machen. Du musst also nicht jede Mahlzeit akribisch planen und jeden einzelnen Punkt der Diät perfekt umsetzen. Eine grundlegende Orientierung an den Prinzipien, wie sie in einem MDS von über 4 zum Ausdruck kommt, könnte schon einen spürbaren Nutzen haben.
Das ist eine gute Nachricht, denn es macht die Umstellung auf eine gesündere Ernährung zugänglicher und weniger einschüchternd. Du kannst also beginnen, mehr Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und Olivenöl in deinen Speiseplan zu integrieren und den Konsum von rotem Fleisch und verarbeiteten Lebensmitteln zu reduzieren, ohne den Druck der Perfektion spüren zu müssen.
Die Studie liefert somit Hinweise darauf, dass eine Umstellung auf die Mittelmeer-Diät bereits bei einem moderaten Grad der Befolgung beginnen kann, potenzielle gesundheitliche Vorteile zu entfalten, insbesondere im Hinblick auf das Risiko von Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Wenn du die Mittelmeer-Diät als eine Art Schutzschild betrachtest, fragst du dich vielleicht, welche Inhaltsstoffe genau für diesen Effekt verantwortlich sein könnten. Die Wissenschaftler in dieser Meta-Analyse haben sich auch mit der biologischen Plausibilität des gefundenen Zusammenhangs befasst und mögliche Erklärungsansätze gesammelt. Stell dir oxidativen Stress und Entzündungen wie kleine, ständig schwelende Feuer in deinen Zellen vor. Die Antioxidantien und anderen Nährstoffe der Mittelmeer-Diät wirken dann wie eine gut ausgestattete Feuerwehr, die diese Brandherde löscht, bevor sie zu einem großen, gefährlichen Feuer – in diesem Fall Krebs – werden können.
Ein wesentlicher Bestandteil der Mittelmeer-Diät sind Antioxidantien und Polyphenole. Diese finden sich reichlich in Obst, Gemüse, Nüssen und Olivenöl. Beispiele hierfür sind Vitamin C, Vitamin E, Folat und Selen. Ihre Hauptaufgabe ist es, oxidativen Stress zu reduzieren und chronischen Entzündungen entgegenzuwirken. Beides sind Faktoren, die im komplexen Karzinogenese-Netzwerk, also der Krebsentstehung, eine Rolle spielen. Diese Substanzen können außerdem die Insulinsensitivität verbessern und die Entwicklung von Tumoren in der Bauchspeicheldrüse hemmen.
Studien zeigen, dass Vitamin C in pharmakologischen Dosen die Antitumor-Effekte bestimmter Chemotherapien verstärken kann, und eine höhere Aufnahme von Folat ist mit einem reduzierten Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs verbunden. Auch bestimmte Vitamin-E-Derivate (Tocotrienole), Selen und Pflanzenpolyphenole wie Curcumin, Sulforaphan und Resveratrol versprechen in Modellen positive Wirkungen, indem sie die Aktivierung krebsfördernder Proteine unterdrücken und den programmierten Zelltod fördern.
Ein weiterer wichtiger Pfeiler der Diät sind ungesättigte Fette, besonders aus Olivenöl und Nüssen, sowie Omega-3-Fettsäuren aus Fisch. Diese Fette sind nicht nur gut für das Herz-Kreislauf-System, da sie antiatherogene Eigenschaften haben (also der Arterienverkalkung entgegenwirken), sondern wirken auch entzündungshemmend. Omega-3-Fettsäuren können sogar den Zelltod von Krebszellen auslösen, indem sie bestimmte molekulare Signalwege aktivieren und die Autophagie, einen zellulären Reinigungsprozess, fördern. So könnten sie ein übermäßiges Tumorwachstum verhindern.
Auch die Ballaststoffe aus Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten spielen eine Rolle. Sie sind wichtig für eine gesunde Darmmikrobiota (Darmflora) und könnten durch ihre positiven Effekte im Darm dazu beitragen, das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs zu senken.
Nicht zuletzt trägt die Mittelmeer-Diät dazu bei, schädliche Einflüsse zu reduzieren, indem sie den Konsum von rotem und verarbeitetem Fleisch begrenzt. Ein hoher Verzehr dieser Produkte kann das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs erhöhen, da dabei schädliche Verbindungen wie heterozyklische Amine und Advanced Glycation End Products (AGEs) entstehen und oxidativer Stress sowie chronische Entzündungen gefördert werden können.
Zusammenfassend stützen diese Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung die biologische Plausibilität des beobachteten Zusammenhangs zwischen einer stärkeren Einhaltung der Mittelmeer-Diät und einem geringeren Risiko für Bauchspeicheldrüsenerkrankungen. Es handelt sich um ein Zusammenspiel vieler Komponenten, die gemeinsam zum Schutz beitragen könnten. Für eine vollständige Bestätigung sind jedoch weitere Studien nötig, die diese Mechanismen noch genauer untersuchen.
Nachdem wir nun die Details der Untersuchung betrachtet haben, stellt sich die Frage, was diese Erkenntnisse für dich persönlich bedeuten. Die Meta-Analyse liefert deutliche Hinweise darauf, dass eine Ernährung nach dem Vorbild der Mittelmeer-Diät mit einem geringeren Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs verbunden sein könnte. Dieser Zusammenhang zeigte sich insbesondere bei Männern, während er bei Frauen in dieser Analyse nicht statistisch signifikant war. Zudem deuten die Subgruppenanalysen darauf hin, dass die Einhaltung der MD eine signifikantere Wirkung auf die Verringerung des Bauchspeicheldrüsenkrebsrisikos in Populationen hat, die sich anders ernähren, wie etwa in Asien und Amerika.
Es ist wichtig zu verstehen, dass es sich hierbei um eine Beobachtungsstudie handelt. Das bedeutet, die Forscher haben bestehende Essgewohnheiten und Krankheitsfälle über lange Zeiträume beobachtet und verglichen. Eine solche Studie kann eine Verbindung oder einen Zusammenhang aufzeigen, aber sie kann nicht beweisen, dass die Mittelmeer-Diät direkt die Ursache für den Schutz ist. Es könnten also auch andere, nicht erfasste Lebensstilfaktoren eine Rolle spielen, auch wenn die Studien versucht haben, bekannte Störfaktoren zu berücksichtigen. Trotzdem unterstützt die biologische Plausibilität – also die bereits bekannten Wirkweisen der Bestandteile der Mittelmeer-Diät – die Idee, dass diese Ernährungsweise tatsächlich schützend wirken kann.
Eine ermutigende Erkenntnis ist, dass du die Mittelmeer-Diät wahrscheinlich nicht perfekt einhalten musst, um davon zu profitieren. Frühere Analysen zeigten, dass bereits eine moderate Annäherung an diese Ernährungsweise einen Unterschied machen könnte. Das bedeutet, selbst wenn du deinen Speiseplan nicht komplett umstellst, sondern nur einige Prinzipien übernimmst – etwa mehr Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Nüsse und gesunde Fette wie Olivenöl zu integrieren und den Konsum von rotem und verarbeitetem Fleisch zu reduzieren – könntest du bereits positive Effekte erzielen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der geografische und kulturelle Kontext der untersuchten Studien. Alle zehn analysierten Kohortenstudien wurden in Ländern außerhalb des Mittelmeerraums durchgeführt, hauptsächlich in den USA, Europa und Asien. Die Esskulturen dieser Regionen unterscheiden sich von denen der Mittelmeerländer. Dies könnte dazu führen, dass Lebensmittel, die in der Mittelmeer-Diät positiv oder negativ bewertet werden, in den Ernährungsgewohnheiten der Studienteilnehmer anders berücksichtigt wurden. Daher könnten die Ergebnisse durch diese kulturellen Unterschiede beeinflusst sein. Die Klassifizierung der Einhaltung der Mittelmeer-Diät stellte eine weitere Einschränkung der Studie dar.
Die unterschiedlichen Ergebnisse für Männer und Frauen sind ebenfalls ein Punkt, der weitere Forschung erfordert. Es wurde spekuliert, dass hormonelle Unterschiede zwischen den Geschlechtern, die Entzündungsprozesse im Körper beeinflussen, eine Rolle spielen könnten. Auch die Tatsache, dass in den meisten Primärstudien der Alkoholkonsum nicht in den Mittelmeer-Diät-Score einbezogen wurde, könnte die beobachteten Geschlechtsunterschiede erklären.
Was die Ergebnisse letztlich bedeuten, ist eine weitere Bestätigung für die allgemeinen Gesundheitsvorteile einer pflanzenbasierten Ernährung, die reich an gesunden Fetten ist. Die Mittelmeer-Diät gilt seit Langem als förderlich für die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems und zur Reduzierung chronischer Krankheiten. Die aktuellen Erkenntnisse reihen sich in diese breitere Evidenz ein.
Die Forschung auf diesem Gebiet ist fortlaufend, und es bedarf weiterer prospektiver und mechanistischer Studien, um die hier gefundenen Zusammenhänge zu bestätigen und die genauen Wirkmechanismen zu entschlüsseln. Dabei sollten künftige Studien die genannten Einschränkungen berücksichtigen und die Ergebnisse insbesondere in verschiedenen Teilen der Welt, auch in Entwicklungs- und unterentwickelten Ländern, bestätigen.
Einzelne Aussagen wurden nicht übernommen, da sie sich anhand der verfügbaren Quelle nicht eindeutig absichern ließen.
Mediterranean Diet and Risk of Pancreatic Cancer-Is It Worth Investigating More? An Updated Systematic Review and Dose-Response Meta-Analysis of Prospective Cohort Studies. DOI: 10.1002/cam4.72176 PMID: 42608885
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