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Fragst du dich, wie deine Ernährung die Gesundheit deines Herzens und deines Zahnfleisches beeinflusst? Eine Beobachtungsstudie hat untersucht, ob Menschen, die sich an die Mittelmeerdiät halten, seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Parodontitis leiden. Hier liest du, was die Ergebnisse für dich bedeuten…
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Fragst du dich, wie deine Ernährung die Gesundheit deines Herzens und deines Zahnfleisches beeinflusst? Eine Beobachtungsstudie hat untersucht, ob Menschen, die sich an die Mittelmeerdiät halten, seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Parodontitis leiden. Hier liest du, was die Ergebnisse für dich bedeuten könnten.
Diese Studie untersuchte, ob eine stärkere Orientierung an der Mittelmeerdiät mit einem geringeren Risiko für verschiedene Krankheiten im Mund und im ganzen Körper verbunden ist. Die Forschenden stellten fest, dass Teilnehmende, die sich stärker an diese gesunde Ernährungsweise hielten, seltener von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs betroffen waren. Auch im Mundbereich zeigten sich Vorteile: Eine bessere Adhärenz zur Mittelmeerdiät ging mit einem günstigeren Zustand des Zahnfleischs (Parodontitis), einem besseren Speichelfluss und einem ausgeglicheneren Speichel-pH-Wert einher. Zwar wurde der Zusammenhang bei Karies nur in einer kleineren Gruppe signifikant, doch die Ergebnisse deuten insgesamt auf einen Schutz vor verschiedenen Beschwerden hin. Obwohl diese Zusammenhänge vielversprechend sind, musst du bedenken, dass die Studie nur Beobachtungen festhielt und keine direkten Ursache-Wirkungs-Beziehungen beweisen kann. Dennoch deutet alles darauf hin, dass eine Ernährung reich an Olivenöl, Obst, Gemüse und Nüssen eine wichtige Rolle für deine umfassende Gesundheit spielen könnte.
Um den Zusammenhang zwischen der Adhärenz an die Mittelmeer-Diät und verschiedenen Gesundheitsaspekten zu untersuchen, führten die Forschenden eine multizentrische, beobachtende Querschnittsstudie durch. Es ist wichtig zu verstehen, dass dieser Studientyp Beziehungen oder Assoziationen zwischen verschiedenen Faktoren aufzeigen kann, jedoch keine Ursache-Wirkungs-Beziehungen beweist. Das heißt, er kann zeigen, ob zwei Dinge oft zusammen auftreten, aber nicht, ob das eine das andere direkt verursacht. Die Studie wurde an zwei Standorten in Spanien durchgeführt, im Hospital Odontològic Universitari de Barcelona (HOUB) in Barcelona und in der KJCUC in Madrid.
Die Untersuchung gliederte sich in zwei Hauptphasen. In der ersten Phase wurden insgesamt 232 Patientinnen und Patienten, die mindestens 50 Jahre alt waren, in die Studie eingeschlossen. Die Stichprobengröße wurde auf der Grundlage früherer Studien auf mindestens 168 Teilnehmende festgelegt, um statistisch aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen. Von allen Teilnehmenden, die ihre Zustimmung gaben, wurde eine vollständige Anamnese erhoben. Dies umfasste auch die Erfassung ihrer systemischen Erkrankungen, also Krankheiten, die den gesamten Körper betreffen.
Um die Ernährungsgewohnheiten dieser Patientengruppe zu beurteilen und ihre Adhärenz an die Mittelmeer-Diät zu messen, verwendeten die Forschenden den „Mediterranean Diet Adherence Screener“ (MEDAS) Fragebogen. Dieser standardisierte Fragebogen besteht aus 14 einfachen Ja/Nein-Fragen, die typische Verhaltensweisen und Konsummuster der Mittelmeer-Diät abfragen, beispielsweise den Verzehr von Olivenöl, Gemüse, Obst, Fisch, Hülsenfrüchten oder Nüssen. Basierend auf den Antworten konnten die Forschenden feststellen, wie gut die einzelnen Personen die Empfehlungen der Mittelmeer-Diät einhielten.
In der zweiten Phase der Studie wurde eine kleinere, zufällig ausgewählte Untergruppe von 73 Personen aus der ursprünglichen Stichprobe von 232 Patientinnen und Patienten genauer untersucht. Diese Gruppe setzte sich aus 43 Personen zusammen, die eine hohe Adhärenz an die Mittelmeer-Diät zeigten, und 30 Personen ohne eine solche Adhärenz. Bei diesen 73 Teilnehmenden wurde eine detaillierte zahnmedizinische Untersuchung durchgeführt, um verschiedene Marker für die Mundgesundheit zu erfassen.
Zu den gemessenen oralen Gesundheitsmarkern gehörten der DMFT-Index, der Auskunft über die Karieserfahrung gibt, indem er die Anzahl der Zähne mit Karies ©, der fehlenden (A) und der gefüllten (O) Zähne erfasst [20]. Weiterhin wurde der O’Leary Plaque-Index bestimmt, der den prozentualen Anteil der Zahnoberflächen angibt, die von Zahnbelag (Plaque) betroffen sind. Ein vollständiges Parodontogramm wurde ebenfalls erstellt, um den Parodontalstatus zu bewerten; hierbei werden detaillierte Messungen wie die Taschentiefe (der Abstand zwischen Zahnfleischrand und Taschenboden) und der klinische Attachmentverlust (der Verlust des Zahnhalteapparats) erhoben, die den Schweregrad einer Parodontitis (Zahnbetterkrankung) anzeigen.
Zusätzlich zu diesen Messungen wurden auch Parameter des Speichels untersucht. Dazu gehörte die stimulierte Sialometrie, bei der der Speichelfluss gemessen wird, nachdem die Speichelproduktion durch Kauen angeregt wurde. Ein ausreichender Speichelfluss ist wichtig für die Selbstreinigung des Mundes und den Schutz vor Karies. Schließlich wurde auch der pH-Wert des stimulierten und basalen Speichels erfasst. Der Speichel-pH-Wert kann ein wichtiger Indikator für das Risiko von Karies und die allgemeine Mundgesundheit sein, da ein saureres Milieu Karies begünstigen kann.
Die Kombination dieser umfassenden Daten ermöglichte es den Forschenden, mögliche Zusammenhänge zwischen Ernährungsgewohnheiten und sowohl systemischer als auch oraler Gesundheit zu analysieren.
Nach der Betrachtung der Untersuchungsmethoden widmeten sich die Forschenden den Ergebnissen zur systemischen Gesundheit der insgesamt 232 Studienteilnehmenden. Bei diesen Patientinnen und Patienten, die den MEDAS-Fragebogen zur Erfassung ihrer Ernährungsgewohnheiten ausfüllten, lag das Durchschnittsalter in der Gruppe mit hoher Adhärenz an die Mittelmeer-Diät bei 63,21 ± 9,74 Jahren, während es in der Gruppe ohne Adhärenz bei 65,89 ± 10,67 Jahren lag. Die Geschlechterverteilung war in beiden Gruppen ähnlich, mit einem leichten Überhang an Frauen. So waren in der Adhärenz-Gruppe 48,4 % Männer und 51,6 % Frauen, und in der Nicht-Adhärenz-Gruppe 44,4 % Männer und 55,6 % Frauen.
Die zentrale Erkenntnis dieser ersten Studienteilgruppe war eine signifikante Verbindung zwischen einer hohen Adhärenz an die Mittelmeer-Diät und einem geringeren Vorkommen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nach einer statistischen Bereinigung um andere mögliche Einflussfaktoren, die sogenannten adjustierten Daten, zeigte sich, dass die Wahrscheinlichkeit, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu leiden, in der Gruppe mit hoher Diät-Adhärenz um mehr als die Hälfte reduziert war. Genauer gesagt, betrug das adjustierte Odds Ratio (OR) 0,432 (p = 0,031). Ein Odds Ratio (OR) ist ein statistisches Maß, das die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses in einer Gruppe im Vergleich zu einer anderen Gruppe beschreibt.
Ein OR von 0,432 bedeutet, dass die Chance, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu haben, für jemanden mit hoher Adhärenz im Vergleich zu jemandem ohne Adhärenz um etwa 57 % geringer ist, vorausgesetzt, andere Risikofaktoren sind gleich. Der p-Wert (p = 0,031) unterstreicht dabei die statistische Signifikanz dieses Ergebnisses, was bedeutet, dass die beobachtete Assoziation wahrscheinlich nicht zufällig ist.
Interessanterweise wurde in einer ersten unbereinigten Analyse auch eine Assoziation zwischen hoher Adhärenz an die Mittelmeer-Diät und einem geringeren Krebsrisiko gefunden (OR = 0,336). Diese anfänglich vielversprechende Verbindung verlor jedoch ihre statistische Signifikanz, nachdem die Daten mittels binärer logistischer Regression um weitere demografische und klinische Faktoren bereinigt wurden. Das unterstreicht, wie wichtig es ist, bei beobachtenden Studien solche Bereinigungen vorzunehmen, um Scheinkorrelationen zu vermeiden.
Für andere untersuchte systemische Erkrankungen wie Diabetes mellitus, chronische Nierenerkrankungen und Asthma konnten die Forschenden keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen mit und ohne hoher Adhärenz an die Mittelmeer-Diät feststellen. Obwohl ein höherer Prozentsatz dieser Erkrankungen tendenziell in der Gruppe ohne Diät-Adhärenz beobachtet wurde, reichten die Daten nicht aus, um eine gesicherte statistische Verbindung zu belegen. Diese Ergebnisse basieren auf einer Querschnittsstudie, die Momentaufnahmen liefert und Assoziationen identifizieren kann, aber keine direkten Ursache-Wirkungs-Beziehungen beweist.
Um die Auswirkungen der Mittelmeer-Diät auf die Mundgesundheit genauer zu untersuchen, wurde eine kleinere Untergruppe von insgesamt 73 Patient:innen zufällig aus der Gesamtstudie ausgewählt. Diese Gruppe setzte sich aus 50 Personen aus Barcelona und 23 Personen aus Madrid zusammen. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Ergebnisse aufgrund der geringen Stichprobengröße mit Vorsicht interpretiert werden müssen, da kleine Gruppen zu weniger verallgemeinerbaren oder stabilen Resultaten führen können.
Das konsistenteste und signifikanteste Ergebnis dieser detaillierten zahnmedizinischen Untersuchung betrifft die Parodontitis, eine Entzündung des Zahnhalteapparates, die unbehandelt zu Zahnverlust führen kann. Eine stärkere Einhaltung der Mittelmeer-Diät war in der Kohorte aus Barcelona (p = 0,036 nach statistischer Bereinigung um andere Faktoren) signifikant mit einem geringeren Schweregrad der Parodontitis verbunden. Auch in der Kohorte aus Madrid zeigte sich im bivariaten Analyse ein signifikanter Zusammenhang (p = 0,009). Diese Assoziation blieb auch nach Anpassung an mögliche Störfaktoren bestehen, was auf einen robusten Zusammenhang hinweist.
Darüber hinaus zeigten sich in der Gruppe aus Barcelona weitere signifikante Zusammenhänge im Bereich der Speichelgesundheit. Eine bessere Adhärenz zur Mittelmeer-Diät war hier sowohl mit einer erhöhten stimulierten Sialometrie (Messung des Speichelflusses bei Anregung, zum Beispiel durch Kauen) als auch mit einem günstigeren Speichel-pH-Wert verbunden. Der Speichel-pH-Wert gibt den Säuregrad des Speichels an, wobei ein höherer (weniger saurer) pH-Wert in der Regel vorteilhaft für den Zahnschutz ist.
Die Erfahrungen mit Karies wurden mittels des DMFT-Index erfasst, der die Anzahl der kariösen (D), fehlenden (M) und gefüllten (F) Zähne zusammenfasst. Hier zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang mit der Mittelmeer-Diät-Adhärenz nur in der sehr kleinen Madrid-Gruppe (p = 0,048), während dieser Befund in der größeren Barcelona-Gruppe nicht signifikant war. Die Limitierung auf eine so kleine Stichprobengröße in Madrid schwächt die Aussagekraft dieses speziellen Ergebnisses erheblich und es bedarf weiterer Studien, um diesen Zusammenhang zu bestätigen.
Interessanterweise blieben in der kombinierten Analyse der 73 Patient:innen, die alle zahnmedizinisch untersucht wurden, nach der statistischen Bereinigung keine der anfänglich in der größeren Stichprobe beobachteten Assoziationen mit systemischen Krankheiten mehr signifikant.
Die vorliegende Studie zielte darauf ab zu untersuchen, ob eine höhere Einhaltung der Mittelmeer-Diät, die für ihre antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften bekannt ist, mit einem geringeren Risiko für orale oder systemische Krankheiten verbunden ist. Die Forschenden verglichen ihre eigenen Ergebnisse, die durch den MEDAS-Fragebogen, die Anamnese und intraorale Untersuchungen gewonnen wurden, mit der bereits existierenden wissenschaftlichen Literatur, um die Relevanz ihrer Beobachtungen einzuordnen.
Im Bereich der systemischen Erkrankungen konnten die Autoren einen signifikanten Zusammenhang zwischen hoher Adhärenz an die Mittelmeer-Diät und einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen feststellen. Dies steht im Einklang mit etablierten Erkenntnissen, wie sie beispielsweise die PREDIMED-Studie gezeigt hat: Dort führte eine an die Mittelmeer-Diät angepasste Ernährung, die mit nativem Olivenöl extra oder Nüssen ergänzt wurde, zu einer relativen Risikoreduktion von 30 % bei Hochrisikopersonen, die ursprünglich frei von Herz-Kreislauf-Erkrankungen waren.
Der regelmäßige, aber moderate Konsum von Wein zu den Mahlzeiten, insbesondere Rotwein, wird ebenfalls erwähnt, da die darin enthaltenen Polyphenole starke antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften besitzen und zur Verbesserung des Lipidprofils und zur Reduzierung des Atherosklerose-Risikos beitragen können.
Auch die in der Studie gefundene signifikante Assoziation zwischen höherer Adhärenz an die Mittelmeer-Diät und einer geringeren Krebsprävalenz wird durch frühere Untersuchungen gestützt. Diese zeigen, dass Ernährungsweisen, die reich an Obst, Gemüse und Vollkornprodukten sind und wenig rotes oder verarbeitetes Fleisch enthalten, das Risiko für verschiedene Krebsarten (wie Lungen-, Speiseröhren-, Magen- und Darmkrebs) senken können. Zudem weisen bestimmte Fette, wie Omega-3-Fettsäuren aus Fisch oder einfach ungesättigte Fettsäuren (MUFA) und mehrfach ungesättigte Fettsäuren (PUFA) aus Olivenöl, darauf hin, das Krebsrisiko reduzieren zu können.
Obwohl die eigene Studie für Diabetes mellitus keine statistisch signifikanten Ergebnisse zeigte, fanden die Forschenden einen Trend zu weniger Diabetiker:innen in der Gruppe mit hoher Diät-Adhärenz. Sie zitieren frühere Arbeiten, die belegen, dass die Mittelmeer-Diät, im Vergleich zu proteinreichen Diäten, den Wert des glykosylierten Hämoglobins (HbA1c), einen wichtigen Langzeitblutzuckerwert, um 0,30–0,47 % stärker senken kann. Sie heben hervor, dass der Austausch von gesättigten Fetten durch MUFA oder PUFA aus Olivenöl und Nüssen das Risiko für Typ-2-Diabetes um bis zu 83 % über einen Zeitraum von durchschnittlich 4,4 Jahren senken kann, selbst ohne Kalorienrestriktion.
Auch bei chronischen Nierenerkrankungen (CKD), für die in der eigenen Studie ebenfalls keine Signifikanz erreicht wurde, weisen die Autoren auf Studien hin, die eine schützende Wirkung der Mittelmeer-Diät auf die Nierenfunktion und eine langsamere Progression der Krankheit belegen.
Im Hinblick auf die Mundgesundheit bestätigen die Ergebnisse der vorliegenden Studie die Bedeutung der Ernährung, insbesondere bei Parodontitis, einer chronischen Entzündung des Zahnhalteapparates. Die signifikante Korrelation zwischen hoher Diät-Adhärenz und einem geringeren Schweregrad der Parodontitis wird durch die Rolle von Nährstoffen wie Vitamin C, E und Carotinoiden erklärt, die entzündungshemmende Wirkungen haben. Auch der hohe Konsum von Vollkornprodukten wird als schützend genannt, da eine prospektive Studie zeigte, dass Personen mit hohem Vollkornkonsum ein um 23 % geringeres Risiko für Parodontitis aufwiesen.
Obwohl in dieser Studie kein signifikanter Zusammenhang für Karies insgesamt festgestellt wurde, konnte dies in der kleinen Gruppe aus Madrid für den DMFT-Index beobachtet werden. Die Autoren verweisen auf die bekannte Rolle von Zucker als Hauptfaktor für Kariesentwicklung, die das Speichel-pH sauer macht und die Adhäsion von Bakterien fördert. Die in ihrer Studie beobachteten signifikanten Unterschiede beim stimulierten Speichelfluss (Sialometrie) sowohl bei den Patienten in Barcelona als auch in Madrid, sowie beim Speichel-pH in der Barcelona-Gruppe, können somit als unterstützende Hinweise für die karieshemmende Wirkung einer mediterranen Ernährung verstanden werden.
Die vorliegende Untersuchung zeigt auf, dass eine stärkere Befolgung der Mittelmeer-Diät mit verschiedenen Gesundheitsvorteilen assoziiert sein könnte. Konkret fanden die Forschenden einen Zusammenhang zwischen einer höheren Adhärenz zu dieser Ernährungsweise und einer geringeren Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie einem milderen Verlauf von Parodontitis, einer entzündlichen Erkrankung des Zahnfleisches und des Zahnhalteapparats. Ebenso wurden positive Beziehungen zu einem besseren Speichelfluss und einem optimaleren Speichel-pH-Wert beobachtet. Die Autoren führen diese positiven Effekte auf die antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften der Mittelmeer-Diät zurück.
Es ist jedoch entscheidend zu verstehen, was diese Studie aufgrund ihres Designs nicht beweisen kann. Da es sich um eine sogenannte Querschnittsstudie handelt – ein Studientyp, der Daten zu einem bestimmten Zeitpunkt erfasst und Momentaufnahmen liefert – kann sie lediglich Assoziationen oder Zusammenhänge aufzeigen. Sie ist nicht in der Lage, kausale Zusammenhänge zu belegen. Das bedeutet, wir können nicht sicher sagen, dass die Mittelmeer-Diät direkt die Ursache für die beobachteten besseren Gesundheitswerte ist.
Die Studie selbst weist auf mehrere wichtige Einschränkungen hin, die bei der Interpretation der Ergebnisse berücksichtigt werden müssen. Eine davon ist die kleine Stichprobengröße. Während insgesamt 232 Patient:innen für die Erhebung der systemischen Erkrankungen befragt wurden, wurde bei der detaillierten zahnmedizinischen Untersuchung nur eine wesentlich kleinere Untergruppe von 73 Personen betrachtet. Besonders die Anzahl der Patient:innen aus Madrid in dieser oralen Untersuchung war mit nur 23 Teilnehmenden sehr gering, was die Verallgemeinerbarkeit der Mundgesundheitsbefunde einschränkt.
Eine weitere potenzielle Fehlerquelle, die von den Autoren selbst angesprochen wird, ist der sogenannte „Self-reporting bias“ oder die Verzerrung durch Selbstauskunft. Da die Teilnehmenden ihre Ernährungsgewohnheiten mithilfe eines Fragebogens in Anwesenheit von medizinischem Fachpersonal angaben, besteht die Möglichkeit, dass sie ihre Essgewohnheiten positiver darstellten, als sie in Wirklichkeit waren.
Angesichts dieser Einschränkungen betonen die Autoren die Notwendigkeit weiterer Forschung. Um die hier gefundenen Assoziationen zu bestätigen und die kausalen Zusammenhänge – also ob die Mittelmeer-Diät tatsächlich eine direkte Ursache für bessere Gesundheit ist – eindeutig zu klären, sind größere Studien mit einem längeren Beobachtungszeitraum erforderlich.
Einzelne Aussagen wurden nicht übernommen, da sie sich anhand der verfügbaren Quelle nicht eindeutig absichern ließen.
Mediterranean diet and its relationship with oral pathology. DOI: 10.2340/aos.v85.46815 PMID: 42703630
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