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Wie kannst du dein Krebsrisiko durch deinen Lebensstil senken? Diese Leitlinien der American Cancer Society fassen den wissenschaftlichen Kenntnisstand zusammen. Der Artikel erklärt dir, warum ein gesundes Körpergewicht so wichtig ist, welche Rolle Bewegung spielt und welche konkreten Empfehlungen es zur Ernährung…
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Wie kannst du dein Krebsrisiko durch deinen Lebensstil senken? Diese Leitlinien der American Cancer Society fassen den wissenschaftlichen Kenntnisstand zusammen. Der Artikel erklärt dir, warum ein gesundes Körpergewicht so wichtig ist, welche Rolle Bewegung spielt und welche konkreten Empfehlungen es zur Ernährung gibt, wie zum Beispiel den Konsum von rotem Fleisch zu begrenzen.
Dieses Papier stellt die aktualisierten Leitlinien der American Cancer Society (ACS) für Ernährung und körperliche Aktivität zur Krebsprävention vor. Diese Empfehlungen basieren auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und sollen dir helfen, dein Krebsrisiko erheblich zu senken. Ein wesentlicher Anteil der Krebstodesfälle in den USA wird auf Ernährungsgewohnheiten, mangelnde Bewegung sowie Übergewicht und Fettleibigkeit zurückgeführt, was die Bedeutung dieser Faktoren unterstreicht.
Die Leitlinien raten dir, ein gesundes Gewicht zu halten, einen aktiven Lebensstil zu pflegen und eine pflanzenbasierte Ernährung zu bevorzugen, während du verarbeitete und rote Fleischsorten sowie Alkohol nur in Maßen konsumierst. Es wird betont, dass individuelle Entscheidungen in einem unterstützenden sozialen und physischen Umfeld getroffen werden müssen, weshalb auch Empfehlungen für gemeinschaftliches Handeln gegeben werden. Diese umfassenden Empfehlungen stimmen mit denen zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes überein und fördern die allgemeine Gesundheit.
Die American Cancer Society (ACS) veröffentlicht ihre Leitlinien zu Ernährung und körperlicher Aktivität, um eine Grundlage für die Kommunikation, Politik und Gemeinschaftsstrategien der Organisation zu schaffen und letztendlich die Ernährungs- und Bewegungsmuster in den USA zu beeinflussen. Diese Leitlinien, die etwa alle fünf Jahre aktualisiert werden, basieren auf einer Synthese der aktuellen wissenschaftlichen Evidenz. Ein nationales Expertengremium aus den Bereichen Krebsforschung, Prävention, Epidemiologie, öffentliche Gesundheit und Politik entwickelt sie.
Es wird davon ausgegangen, dass in den Vereinigten Staaten jährlich über 500.000 Krebstodesfälle auftreten. Nach dem Verzicht auf Tabak zählen Gewichtskontrolle, Ernährungsweise und körperliche Aktivität zu den wichtigsten modifizierbaren Einflussfaktoren auf das Krebsrisiko. Die verfügbare Evidenz deutet darauf hin, dass etwa ein Drittel dieser Krebstodesfälle auf Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten, einschließlich Übergewicht und Adipositas, zurückzuführen ist.
Die ACS-Leitlinien beinhalten vier Hauptempfehlungen für individuelle Entscheidungen, die darauf abzielen, das Krebsrisiko zu mindern, sowie eine zentrale Empfehlung für gemeinschaftliches Handeln (siehe Tabelle 1 des Originaldokuments):
Empfehlungen für Einzelpersonen:
Empfehlung für die Gemeinschaft:
Diese Empfehlungen stützen sich auf die Gesamtheit der verfügbaren Evidenz, die sowohl Beobachtungsstudien am Menschen als auch Laborexperimente umfasst. Dabei wurde die Evidenz aus prospektiven Kohortenstudien stärker gewichtet als die aus Fall-Kontroll-Studien, insbesondere wenn Ergebnisse aus mehreren Kohorten vorlagen. Die Forschung im Bereich Ernährung und chronische Krankheiten ist methodisch komplex. Beispielsweise können randomisierte kontrollierte Studien (RCTs), die oft als Goldstandard gelten, Effekte möglicherweise nicht aufzeigen, wenn Interventionen zu spät im Leben beginnen, zu klein angelegt sind oder die Nachbeobachtungszeit zu kurz ist.
Viele wichtige Fragen zu Ernährung, körperlicher Aktivität und Adipositas in Bezug auf Krebs lassen sich derzeit nicht durch RCTs untersuchen, etwa aufgrund ethischer oder praktischer Einschränkungen bei langfristigen Gewichtsverlust-Interventionen.
Die Leitlinien sind zudem konsistent mit denen der American Heart Association und der American Diabetes Association zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes, sowie den Dietary Guidelines for Americans 2005 des US-Gesundheitsministeriums. Wichtig ist, dass diese Leitlinien eine verringerte Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Krankheiten aufzeigen, jedoch keine Garantie für vollständigen Schutz bieten.
Die erste Empfehlung der ACS für dich zielt darauf ab, ein gesundes Körpergewicht über dein gesamtes Leben hinweg zu halten, was einen wesentlichen Beitrag zur Krebsprävention leisten kann. Hierfür ist es entscheidend, die Kalorienzufuhr mit der körperlichen Aktivität in Einklang zu bringen und eine übermäßige Gewichtszunahme zu vermeiden. Solltest du bereits übergewichtig oder fettleibig sein, wird empfohlen, ein gesundes Gewicht zu erreichen und zu halten.
Ein Maßstab für ein gesundes Gewicht ist der Body-Mass-Index (BMI), der sich aus deinem Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat deiner Körpergröße in Metern berechnet (kg/m²). Obwohl die genauen Grenzwerte für ein gesundes Gewicht bis zu einem gewissen Grad willkürlich festgelegt sind, definieren Experten einen BMI zwischen 18,5 und 25,0 als gesund, einen BMI von 25,0 bis 29,9 als übergewichtig und einen BMI von 30,0 oder höher als fettleibig (siehe Tabelle 2 des Originaldokuments für eine detaillierte Aufschlüsselung nach Körpergröße und Gewicht).
In den Vereinigten Staaten tragen Übergewicht und Adipositas – also Fettleibigkeit, ein Zustand starken Übergewichts mit einem BMI von 30 oder höher – schätzungsweise zu 14 % bis 20 % aller krebsbedingten Todesfälle bei. Die wissenschaftliche Evidenz zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen Übergewicht und Adipositas und einem erhöhten Risiko für verschiedene Krebsarten. Dazu gehören Brustkrebs bei postmenopausalen Frauen, Darmkrebs, Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom), Adenokarzinome der Speiseröhre und Nierenkrebs.
Darüber hinaus gibt es starke Hinweise darauf, dass Übergewicht auch das Risiko für Pankreas-, Gallenblasen-, Schilddrüsen-, Eierstock- und Gebärmutterhalskrebs sowie für multiples Myelom, Hodgkin-Lymphom und aggressiven Prostatakrebs erhöht.
Die zugrunde liegenden Mechanismen, durch die Übergewicht das Krebsrisiko beeinflusst, sind vielfältig und umfassen Auswirkungen auf den Fett- und Zuckerstoffwechsel, die Immunfunktion und die Spiegel verschiedener Hormone wie Insulin und Östradiol. Auch Faktoren, die die Zellproliferation und das Zellwachstum regulieren, wie der Insulin-ähnliche Wachstumsfaktor 1 (IGF-1), spielen eine Rolle. Proteine wie das sexualhormonbindende Globulin, das Hormone im Gewebe mehr oder weniger verfügbar macht, sind ebenfalls betroffen. Insbesondere kann Übergewicht das Risiko für Adenokarzinome der Speiseröhre erhöhen, indem es das Risiko für gastroösophageale Refluxkrankheit und Barrett-Ösophagus verstärkt.
Aktuelle Studien deuten darauf hin, dass ein absichtlicher Gewichtsverlust das Brustkrebsrisiko verringern kann und die Insulinsensitivität sowie biochemische Messwerte des Hormonstoffwechsels verbessert. Obwohl das Wissen über den Zusammenhang zwischen Gewichtsverlust und Krebsrisiko noch unvollständig ist, solltest du bei Übergewicht oder Adipositas in deinen Bemühungen, Gewicht zu reduzieren, unterstützt werden.
Für die Gewichtskontrolle ist es ratsam, die Kalorienzufuhr zu reduzieren, indem du die Portionsgrößen verkleinerst (siehe Tabelle 3 des Originaldokuments für Standard-Portionsgrößen) und den Konsum von kalorienreichen Lebensmitteln und Getränken, die wenig Nährstoffe liefern, einschränkst. Eine Reduzierung von 50 bis 100 Kalorien pro Tag kann eine allmähliche Gewichtszunahme bei den meisten Erwachsenen verhindern, während ein Ziel von mindestens 500 Kalorien pro Tag für Gewichtsverlustprogramme üblich ist. Für die Aufrechterhaltung eines Gewichtsverlustes können 60 bis 90 Minuten moderate bis intensive körperliche Aktivität pro Tag hilfreich sein.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen entscheidend mit der Etablierung gesunder Verhaltensweisen im Kindesalter verknüpft ist, da Übergewicht im Kindesalter oft auch im Erwachsenenalter bestehen bleibt.
Über die bloße Gewichtskontrolle hinaus ist die körperliche Aktivität ein weiterer grundlegender Pfeiler der Krebsprävention, den die American Cancer Society (ACS) für dich beleuchtet. Die zweite Empfehlung der ACS legt dir nahe, einen körperlich aktiven Lebensstil anzunehmen, und die dritte fordert dich auf, eine gesunde Ernährungsweise mit einem Schwerpunkt auf pflanzlichen Lebensmitteln zu pflegen. Diese beiden Aspekte sind eng miteinander verknüpft, da sie synergetisch zur Aufrechterhaltung eines gesunden Gewichts beitragen und somit das Krebsrisiko beeinflussen.
Für Erwachsene empfiehlt die ACS, an mindestens fünf Tagen pro Woche für 30 Minuten oder länger moderater bis intensiver körperlicher Aktivität nachzugehen, die über die üblichen Alltagsaktivitäten hinausgeht. Ein höheres Ziel von 45 bis 60 Minuten gezielter körperlicher Aktivität ist dabei noch wünschenswerter. Kinder und Jugendliche sollten an mindestens fünf Tagen pro Woche täglich mindestens 60 Minuten moderater bis intensiver körperlicher Aktivität widmen.
Die körperlichen Aktivitäten, die du ausführst, lassen sich in zwei Kategorien unterteilen: “übliche” und “gezielte” Aktivitäten. Übliche Aktivitäten sind Teil deines täglichen Lebens, wie der Weg zur Arbeit, Treppensteigen oder häusliche Verrichtungen. Sie sind oft von geringer Intensität und kurzer Dauer. Gezielte Aktivitäten hingegen werden bewusst in die Freizeit integriert, etwa Radfahren, Laufen oder Sport. Diese können im Garten, bei der Arbeit, mit Freunden oder der Familie stattfinden.
Moderate Aktivitäten erfordern Anstrengung vergleichbar mit einem zügigen Spaziergang, während intensive Aktivitäten große Muskelgruppen beanspruchen und Herzfrequenz sowie Atmung merklich erhöhen (siehe Tabelle 4 des Originaldokuments für detaillierte Beispiele).
Wissenschaftliche Studien zeigen, dass körperliche Aktivität das Risiko für verschiedene Krebsarten, darunter Brust-, Darm-, Prostata- und Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom), senken kann. Auch wenn für viele andere Krebsarten die Evidenz noch begrenzt ist, deuten Zusammenhänge an. Die positiven Effekte der Aktivität entstehen auf vielfältige Weise: Sie unterstützt nicht nur das gesunde Körpergewicht durch den Ausgleich der Kalorienzufuhr mit dem Energieverbrauch, sondern beeinflusst auch direkt und indirekt den Krebsrisikoverlauf. Dazu gehören die Regulierung von Sexualhormonen, Insulin, Prostaglandinen und die Stärkung des Immunsystems.
Die positiven Auswirkungen eines aktiven Lebensstils gehen dabei weit über die Krebsprävention hinaus und reduzieren auch das Risiko für andere chronische Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Osteoporose.
Obwohl die optimale Intensität, Dauer und Häufigkeit der Aktivität zur Krebsrisikoreduktion noch nicht vollständig bekannt ist, legen die gesammelten Daten nahe, dass bereits 30 Minuten an den meisten Tagen vorteilhaft sind, und 45 bis 60 Minuten für die Reduktion von Darm- und Brustkrebsrisiken optimal sein können. Für Personen, die noch inaktiv sind oder gerade erst mit einem Programm beginnen, bietet ein schrittweiser Anstieg auf 30 Minuten moderate Aktivität an den meisten Tagen erhebliche Herz-Kreislauf-Vorteile. Wer bereits 30 Minuten aktiv ist, sollte 60 Minuten an den meisten Tagen anstreben.
Männer über 40 und Frauen über 50 Jahre sowie Personen mit chronischen Erkrankungen sollten vor Beginn eines intensiven Aktivitätsprogramms einen Arzt konsultieren.
Im Bereich der Ernährung liegt der Schwerpunkt der dritten Empfehlung auf dem Konsum einer gesunden Ernährungsweise, die reich an pflanzlichen Quellen ist. Es wird empfohlen, Lebensmittel und Getränke in Mengen zu wählen, die dir helfen, ein gesundes Gewicht zu erreichen und zu halten. Mach dich mit den Standard-Portionsgrößen vertraut (wie in Tabelle 3 des Originaldokuments dargestellt) und lies die Lebensmitteletiketten, um dir der tatsächlichen verzehrten Mengen bewusst zu werden. Reduziere die Portionsgrößen bei kalorienreichen Lebensmitteln. Es ist wichtig zu verstehen, dass “fettarm” oder “fettfrei” nicht gleichbedeutend mit “kalorienarm” ist.
Ersetze kalorienreiche Speisen und Getränke wie Pommes frites, Käseburger, Pizza, Eis, Donuts, andere Süßigkeiten und Limonaden durch Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Bohnen und kalorienärmere Getränke.
Du solltest täglich fünf oder mehr Portionen einer Vielfalt an Gemüse und Obst essen, diese in jede Mahlzeit und als Zwischenmahlzeit integrieren. Vermeide frittierte Gemüseprodukte wie Pommes frites und Chips und wähle, wenn du Säfte trinkst, 100 % Frucht- oder Gemüsesäfte. Bevorzuge Vollkornprodukte gegenüber verarbeiteten (raffinierten) Getreideprodukten. Das bedeutet, du solltest Vollkornreis, Vollkornbrot, Vollkornnudeln und -cerealien wählen und den Konsum von raffinierten Kohlenhydraten, wie Gebäck, gesüßten Cerealien und anderen zuckerreichen Lebensmitteln, einschränken.
Darüber hinaus solltest du den Verzehr von verarbeitetem und rotem Fleisch begrenzen. Wähle stattdessen Fisch, Geflügel oder Bohnen als Alternative zu Rind, Schwein und Lamm. Wenn du Fleisch isst, wähle magere Stücke und kleinere Portionen. Bereite Fleisch durch Backen, Braten oder Pochieren zu, anstatt es zu braten oder zu grillen.
Pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse und Obst sind komplex und enthalten zahlreiche potenziell nützliche Vitamine, Mineralien, Ballaststoffe, Carotinoide und andere bioaktive Substanzen, sogenannte Phytochemikalien. Diese Verbindungen, wie Flavonoide, Terpene, Sterole und Indole, können zur Krebsprävention beitragen. Ein erhöhter Konsum von Gemüse und Obst wird mit einem verringerten Risiko für Lungen-, Speiseröhren-, Magen- und Darmkrebs in Verbindung gebracht. Die Gesamtheit der Evidenz spricht stark für eine Risikoreduktion durch pflanzliche Lebensmittel.
Studien zu Nahrungsergänzungsmitteln, die einzelne Nährstoffe in hohen Dosen isolieren, waren jedoch oft erfolglos oder sogar schädlich, da die komplexen Wechselwirkungen der Stoffe in ganzen Lebensmitteln nicht nachgebildet werden können. Es ist wichtig, den Verzehr von kalorienarmen, ganzen Gemüsesorten und Früchten zu fördern, insbesondere wenn sie kalorienreichere Lebensmittel ersetzen.
Vollkornprodukte wie Weizen, Reis, Hafer und Gerste sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil einer gesunden Ernährung. Sie sind relativ kalorienarm und können zur Aufrechterhaltung des Energiegleichgewichts beitragen. Darüber hinaus sind sie reicher an Ballaststoffen, bestimmten Vitaminen und Mineralien als verarbeitete Getreideprodukte. Ballaststoffreiche Lebensmittel sind mit einem geringeren Risiko für chronische Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Divertikulitis verbunden.
Bei rotem und verarbeitetem Fleisch (wie Rind, Schwein, Lamm, Wurstwaren, Speck) stützen viele epidemiologische Studien einen Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für Darmkrebs und möglicherweise auch Prostatakrebs. Dies wird auf verschiedene Mechanismen zurückgeführt: Mutagene und Karzinogene können bei hohen Kochtemperaturen entstehen, Hämeisen kann freie Radikale bilden, und Nitrite/Nitrate in verarbeitetem Fleisch können zur Bildung von krebserregenden Nitrosaminen beitragen. Auch der Fettgehalt im Fleisch könnte eine Rolle spielen, indem er die Konzentration sekundärer Gallensäuren erhöht. Trotzdem sind Fleischprodukte wichtige Protein- und Nährstofflieferanten. Daher solltest du magere Stücke in kleineren Portionen wählen und auf schonende Zubereitungsmethoden achten.
Die Forschung zur Ernährung und Krebs ist komplex, da einzelne Nährstoffe oder Lebensmittel nicht isoliert wirken. Viele Ernährungsfaktoren und Lebensstilpraktiken korrelieren miteinander; zum Beispiel essen Menschen, die viel Obst und Gemüse konsumieren, oft weniger Fleisch und sind körperlich aktiver. Daher ist die Gesamtheit der Ernährungs- und Lebensstilmuster entscheidend.
Die vierte Empfehlung der American Cancer Society befasst sich mit dem Konsum alkoholischer Getränke und legt klare Grenzen fest. Du solltest den Alkoholkonsum auf maximal einen Drink pro Tag für Frauen und zwei Drinks pro Tag für Männer beschränken. Dabei wird ein “Drink” spezifisch definiert als 12 Unzen (etwa 355 ml) Bier, 5 Unzen (etwa 148 ml) Wein oder 1,5 Unzen (etwa 44 ml) Spirituosen mit 80 Proof.
Das Paper stellt fest, dass Alkoholkonsum eine etablierte Ursache für verschiedene Krebsarten ist, darunter Mund-, Rachen-, Kehlkopf-, Speiseröhren- und Leberkrebs. Für jede dieser Krebsarten erhöht sich das Risiko erheblich, wenn mehr als zwei Drinks pro Tag konsumiert werden. Eine besonders starke risikosteigernde Wirkung tritt auf, wenn Alkohol in Kombination mit Tabak konsumiert wird, was die Wahrscheinlichkeit von Mund-, Rachen- und Speiseröhrenkrebs deutlich über die Einzelwirkungen hinaus erhöht.
Darüber hinaus gibt es umfangreiche Hinweise darauf, dass Alkoholkonsum auch eine Ursache für Brustkrebs ist und wahrscheinlich auch Darm- und Enddarmkrebs beeinflusst. Bei Frauen ist bereits der regelmäßige Konsum von mehr als einem Drink pro Tag mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko verbunden. Der genaue Mechanismus hierfür ist noch nicht vollständig geklärt, könnte aber auf eine Zunahme zirkulierender Östrogene oder anderer Hormone, eine Reduzierung des Folsäure-Spiegels oder direkte Auswirkungen von Alkohol oder seinen Metaboliten auf das Brustgewebe zurückzuführen sein. Frauen mit geringer Folsäureaufnahme können besonders anfällig für den Zusammenhang zwischen Alkohol und Brustkrebs sein. Daher sollten Frauen mit einem hohen Brustkrebsrisiko eine Abstinenz von Alkohol in Betracht ziehen.
Für Erwachsene, die derzeit keinen Alkohol konsumieren, besteht kein zwingender Grund, mit dem Trinken zu beginnen, um das Risiko von Herzerkrankungen zu reduzieren. Herz-Kreislauf-Risiken können durch andere Maßnahmen wie Rauchverzicht, eine fettarme Ernährung, die Aufrechterhaltung eines gesunden Gewichts und regelmäßige körperliche Aktivität effektiver gesenkt werden.
Bestimmte Personengruppen sollten gänzlich auf Alkohol verzichten, darunter Kinder und Jugendliche; Personen jeden Alters, die ihren Konsum nicht auf moderate Mengen beschränken können oder eine familiäre Alkoholismus-Anamnese haben; schwangere Frauen oder Frauen, die möglicherweise schwanger werden; Personen, die Auto fahren oder Maschinen bedienen wollen oder an anderen Aktivitäten teilnehmen, die Aufmerksamkeit, Geschicklichkeit oder Koordination erfordern; sowie Personen, die verschreibungspflichtige oder rezeptfreie Medikamente einnehmen, die mit Alkohol interagieren können.
Nachdem du die allgemeinen Empfehlungen zu einem gesunden Lebensstil für die Krebsprävention kennst, tauchen wir nun tiefer in die spezifischen Risikoprofile für einzelne Krebsarten ein, da bestimmte Verhaltensweisen unterschiedliche Auswirkungen haben können. Dabei werden die evidenzbasierten Zusammenhänge zwischen Lebensstilfaktoren und dem Risiko für häufige Krebsarten detailliert beleuchtet.
Für Brustkrebs bei postmenopausalen Frauen zeigen die Daten der American Cancer Society Guidelines eine konsistente Evidenz: Erhöhtes Körpergewicht und Gewichtszunahme im Erwachsenenalter sind eindeutig mit einem erhöhten Risiko verbunden. Dieser Zusammenhang wird wahrscheinlich durch höhere Östrogenspiegel erklärt, die im überschüssigen Fettgewebe nach der Menopause produziert werden. Interessanterweise kann dieser nachteilige Effekt einer Gewichtszunahme maskiert sein, wenn Frauen eine Hormonersatztherapie erhalten. Auch Alkoholkonsum ist ein bekannter Risikofaktor, wobei das Risiko besonders hoch ist, wenn die Folsäureaufnahme gering ist.
Umgekehrt konnte gezeigt werden, dass moderate bis intensive körperliche Aktivität das Brustkrebsrisiko bei postmenopausalen Frauen senkt. Studien, die eine sehr geringe Fettaufnahme untersuchten, zeigten hingegen nur einen sehr kleinen Effekt auf das Risiko, wie beispielsweise die Women’s Health Initiative Randomized Controlled Dietary Modification Trial ergab. Daher besteht die beste ernährungsphysiologische Empfehlung, das Brustkrebsrisiko zu senken, darin, 45 bis 60 Minuten moderate bis intensive körperliche Aktivität an fünf oder mehr Tagen pro Woche auszuüben, eine lebenslange Gewichtszunahme zu minimieren und den Alkoholkonsum zu vermeiden oder zu begrenzen.
Darmkrebs ist die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache bei amerikanischen Männern und Frauen. Das Risiko für diese Krebsart steigt bei familiärer Vorbelastung, langfristigem Tabakkonsum, möglicherweise exzessivem Alkoholkonsum und Übergewicht, wobei der Zusammenhang bei Männern stärker zu sein scheint. Eine geringe körperliche Aktivität erhöht das Risiko ebenfalls, wohingegen moderate regelmäßige Aktivität das Risiko senkt; es gibt sogar Hinweise darauf, dass intensivere Aktivität noch größere Vorteile bringen kann. Auch eine Ernährung, die reich an verarbeitetem und/oder rotem Fleisch ist, ist mit einem erhöhten Darmkrebsrisiko verbunden. Im Gegensatz dazu ist eine höhere Aufnahme von Obst und Gemüse mit einem verringerten Risiko verbunden.
Für Kalzium gibt es unterstützende Hinweise auf eine schützende Rolle gegen Darmkrebs oder dessen Vorstufen, die adenomatösen Polypen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Aspirin oder nicht-steroidale entzündungshemmende Medikamente sowie postmenopausale Hormontherapien das Risiko zwar mindern könnten, aber aufgrund potenzieller Nebenwirkungen nicht zur Prävention empfohlen werden.
Die beste Empfehlung zur Reduzierung des Darmkrebsrisikos umfasst die Steigerung der Intensität und Dauer der körperlichen Aktivität, die Begrenzung der Aufnahme von rotem und verarbeitetem Fleisch, den Verzehr von empfohlenen Mengen an Kalzium (allerdings mit der Einschränkung, dass Männer aufgrund eines möglichen Risikos für Prostatakrebs nicht mehr als 1.500 mg/Tag aufnehmen sollten), den Verzehr von mehr Obst und Gemüse, die Vermeidung von Adipositas und die Begrenzung des Alkoholkonsums. Zudem ist es entscheidend, die Empfehlungen der ACS zur regelmäßigen Darmkrebsvorsorge zu befolgen.
Gebärmutterschleimhautkrebs ist der häufigste gynäkologische Krebs in den USA. Die Ätiologie des Tumors ist komplex, wobei epidemiologische und klinische Befunde zwei Typen unterscheiden: Typ I, der hormonell bedingt ist und eine bessere Prognose hat, und Typ II, der nicht hormonell bedingt ist und dessen Ursachen weitgehend unbekannt sind. Für Typ I gibt es starke Evidenz, dass Adipositas das Risiko erhöht. Bei prämenopausalen Frauen wird dies auf Insulinresistenz und erhöhte ovarielle Androgene zurückgeführt, während bei postmenopausalen Frauen die vermehrte Umwandlung von Androstendion zu Östron im Fettgewebe eine Rolle spielt. Körperliche Aktivität wiederum scheint das Risiko für Gebärmutterschleimhautkrebs zu senken.
In Bezug auf die Ernährung wird angenommen, dass eine hohe Aufnahme von Gemüse und Ballaststoffen das Risiko mindern kann, während rotes Fleisch, gesättigte und tierische Fette das Risiko möglicherweise erhöhen. Die beste Strategie zur Reduzierung des Risikos ist daher die Aufrechterhaltung eines gesunden Gewichts durch eine pflanzenbasierte Ernährung und regelmäßige körperliche Aktivität.
Bei Lungenkrebs ist die Situation klar: Mehr als 85 % der Fälle sind auf Tabakrauchen zurückzuführen, und weitere 10 % bis 14 % auf Radonexposition. Eine hohe Aufnahme von Obst und Gemüse (fünf oder mehr Portionen täglich) wird mit einem geringeren Lungenkrebsrisiko in Verbindung gebracht, insbesondere der Konsum von Obst. Es gibt jedoch eine wichtige Warnung: Hochdosierte Beta-Carotin-Supplemente haben in klinischen Studien das Lungenkrebsrisiko bei Rauchern erhöht anstatt es zu senken. Die effektivste Prävention besteht daher im Verzicht auf Tabakkonsum, der Vermeidung von Passivrauchen und Radonexposition, sowie dem täglichen Verzehr von mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse.
Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart bei amerikanischen Männern, doch die Rolle ernährungsbedingter Faktoren ist noch unsicher. Einige Studien deuten darauf hin, dass eine Ernährung, die reich an bestimmten Gemüsesorten (Tomaten, Kreuzblütler, Soja, Bohnen, andere Hülsenfrüchte) oder Fisch ist, das Risiko mindern könnte. Auch spezifische antioxidative Nährstoffe wie Vitamin E, Selen, Beta-Carotin und Lycopin werden diskutiert, wobei hierzu klinische Studien noch laufen. Ein erhöhter Konsum von rotem Fleisch oder Milchprodukten könnte hingegen mit einem erhöhten Risiko verbunden sein.
Eine besonders kritische Warnung des Papers bezieht sich auf Kalzium: Eine hohe Kalziumaufnahme, insbesondere durch Supplemente, wird mit einem erhöhten Risiko für aggressivere Prostatakrebsarten in Verbindung gebracht. Daher sollten Männer ihre Kalziumaufnahme auf weniger als 1.500 mg pro Tag begrenzen, bis weitere Studien vorliegen. Übergewicht wird uneinheitlich mit der Entwicklung von Prostatakrebs in Verbindung gebracht, ist aber mit einer schlechteren Prognose nach Diagnose und Behandlung assoziiert. Kräftige körperliche Aktivität könnte ebenfalls einen gewissen Nutzen bieten.
Die beste Empfehlung zur Reduzierung des Prostatakrebsrisikos beinhaltet den täglichen Verzehr von mindestens fünf Portionen einer großen Vielfalt an Obst und Gemüse, die Begrenzung der Aufnahme von rotem Fleisch und Milchprodukten, einen aktiven Lebensstil und die Aufrechterhaltung eines gesunden Gewichts.
Magenkrebs ist weltweit die vierthäufigste Krebsart, aber in den USA vergleichsweise selten. Eine hohe Aufnahme von frischem Obst und Gemüse ist mit einem reduzierten Risiko assoziiert, während der Konsum von stark salzgepökelten Lebensmitteln das Risiko erhöht. Die chronische Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori ist ebenfalls ein bekannter Risikofaktor. Der Anstieg der Inzidenz von Magenkrebs im Bereich des Mageneingangs (Kardia), nahe der Speiseröhre, wird mit abdominaler Adipositas und damit verbundenem Reflux in Verbindung gebracht. Die Leitlinie empfiehlt daher, täglich mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse zu essen, den Konsum salzgepökelter Lebensmittel zu reduzieren und ein gesundes Gewicht zu halten.
Krebserkrankungen des oberen Verdauungs- und Atemtraktes, wie Mund-, Rachen-, Kehlkopf- und Speiseröhrenkrebs, sind bei Männern in den USA deutlich häufiger. Tabak in jeglicher Form (Zigaretten, Kautabak, Schnupftabak) und Alkohol, insbesondere in Kombination, erhöhen das Risiko erheblich. Adipositas erhöht das Risiko für Adenokarzinome des unteren Teils der Speiseröhre und des Mageneingangs, wahrscheinlich infolge von säurebedingtem Reflux. Auch der Konsum von sehr heißen Speisen und Getränken könnte das Risiko durch thermische Schädigung erhöhen. Eine ausreichende Aufnahme von Obst und Gemüse hingegen reduziert das Risiko wahrscheinlich.
Die primäre Empfehlung ist daher der Verzicht auf Tabak, die Einschränkung des Alkoholkonsums, die Vermeidung von Adipositas und der tägliche Verzehr von mindestens fünf Portionen einer Vielfalt an Obst und Gemüse.
Für Hirntumore und Leukämien/Lymphome gibt es derzeit keine bekannten ernährungsbedingten Risikofaktoren. Bei Nierenkrebs ist Adipositas ein klarer Risikofaktor, und auch Tabakrauchen spielt eine Rolle. Allerdings ist die Evidenz für spezifische diätetische Faktoren begrenzt oder widersprüchlich. Für Eierstockkrebs sind die Erkenntnisse noch uneinheitlich. Obwohl genetische und hormonelle Faktoren eine Rolle spielen, gibt es aktuell keine etablierten ernährungsbedingten Risikofaktoren. Einige Studien deuteten auf einen geringfügig reduzierten Risiko bei moderatem Alkoholkonsum hin, während der Zusammenhang mit Übergewicht und körperlicher Aktivität unklar bleibt.
Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs sind Tabakrauchen, Diabetes und Glukoseintoleranz etablierte Risikofaktoren. Obwohl einige Studien Übergewicht, körperliche Inaktivität und hohen Konsum von rotem Fleisch mit einem erhöhten Risiko in Verbindung bringen und Obst und Gemüse ein reduziertes Risiko andeuten, sind diese Zusammenhänge noch nicht fest etabliert.
Wenn du dich fragst, welche Rolle Nahrungsergänzungsmittel und spezielle Lebensmittelkategorien wie Soja oder Bio-Produkte bei der Krebsprävention spielen, geben die Leitlinien der American Cancer Society dazu präzise Antworten, die oft von gängigen Annahmen abweichen.
Grundsätzlich zeigt die vorhandene Evidenz, dass eine Ernährung, die reich an Gemüse, Obst und anderen pflanzlichen Lebensmitteln ist, das Krebsrisiko mindern kann. Allerdings gibt es derzeit keine Belege dafür, dass Nahrungsergänzungsmittel in Pillen- oder Pulverform das Krebsrisiko senken können. Tatsächlich deuten einige Hinweise darauf hin, dass hochdosierte Supplemente sogar das Risiko erhöhen können. Da viele gesunde Verbindungen in Gemüse und Obst synergistisch wirken und Vollwertkost unidentifizierte Komponenten enthält, kann ein Nahrungsergänzungsmittel die vollen Nährwerte von Obst und Gemüse nicht ersetzen.
Supplements sind in erster Linie für Personen mit bestimmten Ernährungsdefiziten oder besonderen Bedürfnissen gedacht, wie Schwangere oder Menschen mit eingeschränkter Nährstoffaufnahme, und sollten dann ausgewogen sein und nicht mehr als 100 % des Tagesbedarfs der meisten Nährstoffe enthalten.
Ein bekanntes Beispiel für die Risiken von Supplementen ist Beta-Carotin: Obwohl es in Gemüse und Obst vorkommt und eine Schutzfunktion zugeschrieben wurde, zeigten drei große klinische Studien (RCTs), dass hochdosierte Beta-Carotin-Supplemente das Lungenkrebsrisiko bei Rauchern erhöhten, anstatt es zu senken. Die Forschung legt nahe, dass Beta-Carotin in Lebensmitteln möglicherweise nur ein Marker für andere nützliche Nährstoffe ist und hohe Dosen eines einzelnen Nährstoffs isoliert schädlich sein können.
Auch bei Vitamin E ist die Evidenz widersprüchlich. Alpha-Tocopherol, die aktivste Form von Vitamin E im Menschen, ist ein starkes Antioxidans. Während in der Alpha-Tocopherol Beta-Carotin (ATBC)-Studie bei männlichen Rauchern eine Reduzierung des Prostatakrebsrisikos beobachtet wurde, konnte dieser Zusammenhang in einer späteren Nachbeobachtungsstudie (HOPE-TOO) oder in zwei großen prospektiven Beobachtachtungsstudien nicht bestätigt werden. Die anfänglichen positiven Ergebnisse könnten auf Zufall beruhen, und die Hoffnung auf Alpha-Tocopherol als Krebspräventionsmittel schwindet.
Für das Spurenelement Selen weisen Tierstudien auf eine potenzielle Schutzwirkung gegen Krebs hin, und eine experimentelle Studie zeigte erste Hinweise auf eine Risikominderung bei Lungen-, Darm- und Prostatakrebs. Jedoch sind hier weitere gut kontrollierte Studien erforderlich. Ein wichtiger Sicherheitshinweis ist, dass Selen ein enges therapeutisches Fenster hat; es besteht nur ein geringer Spielraum zwischen einer sicheren und einer toxischen Dosis. Daher wird eine maximale Dosis von 200 Mikrogramm pro Tag in einem Supplement nicht überschritten.
Bei Soja-Produkten deuten Tierstudien auf eine Schutzwirkung vor hormonabhängigen Krebsarten durch bestimmte enthaltene sekundäre Pflanzenstoffe, sogenannte Phytochemikalien, hin, die eine schwache östrogene Aktivität besitzen können. Jedoch sind die Daten für einen schützenden Effekt von Soja-Supplementen auf das Krebsrisiko beim Menschen begrenzt. Hohe Dosen von Soja-Supplementen könnten das Risiko für östrogenabhängige Krebsarten, wie Brust- oder Gebärmutterkrebs, potenziell beeinflussen. Überlebende von Brustkrebs sollten Sojalebensmittel nur in moderaten Mengen im Rahmen einer gesunden pflanzenbasierten Ernährung konsumieren und den Verzehr von hochkonzentrierten Sojaextrakten oder -pillen vermeiden.
Künstliche Süßstoffe wie Aspartam und Saccharin sind ebenfalls Gegenstand häufiger Fragen. Aspartam, das etwa 200-mal süßer als Zucker ist, und Saccharin haben laut aktueller Evidenz kein erhöhtes Krebsrisiko gezeigt. Saccharin verursacht zwar bei Ratten in hohen Dosen Blasensteine, die zu Blasenkrebs führen können, dies wurde jedoch beim Menschen nicht beobachtet.
Hinsichtlich Bio-Lebensmitteln gibt es zum aktuellen Zeitpunkt keine Forschung, die belegt, dass Lebensmittel, die als “bio” gekennzeichnet sind und ohne Pestizide oder genetische Veränderungen angebaut werden, das Krebsrisiko effektiver senken als konventionell produzierte Lebensmittel.
Kalzium ist ein weiterer Nährstoff, dessen Rolle im Zusammenhang mit Krebs komplex ist. Einige Studien legen nahe, dass kalziumreiche Lebensmittel das Risiko für Darmkrebs senken könnten, und Kalzium-Supplemente zeigten eine moderate Reduktion bei der Bildung kolorektaler Adenome (Vorstufen von Darmkrebs). Gleichzeitig gibt es jedoch auch Evidenz, dass eine hohe Kalziumaufnahme, insbesondere durch Supplemente, mit einem erhöhten Risiko für aggressivere Prostatakrebsarten verbunden sein kann. Die empfohlenen täglichen Kalziummengen liegen bei 1.000 mg für Personen von 19 bis 50 Jahren und 1.200 mg für Personen über 50 Jahren. Du solltest Kalzium primär aus Nahrungsquellen beziehen, insbesondere aus fettarmen Milchprodukten und grünem Blattgemüse.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Wissenschaft die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung mit vielen pflanzlichen Lebensmitteln betont, jedoch vor der unkritischen Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, insbesondere in hohen Dosen, warnt, da diese unerwartete Risiken bergen können.
Die American Cancer Society (ACS) hat mit diesen Leitlinien auf der Basis einer umfassenden Evidenzanalyse dargelegt, dass vier individuelle Empfehlungen und eine grundlegende Forderung an die Gemeinschaft die entscheidenden Faktoren sind, um das Krebsrisiko zu beeinflussen, nachdem der Tabakkonsum als größter modifizierbarer Risikofaktor ausgeschlossen wurde. Die Richtlinien heben hervor, dass ein Drittel der über 500.000 jährlichen Krebstodesfälle in den USA mit Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten zusammenhängen, einschließlich Übergewicht und Adipositas.
Die Kernbotschaft der Leitlinien ist, dass es keine einzelne „Wunderpille“ oder isolierte „Superfoods“ gibt, die Krebs bemerkenswert verhindern. Vielmehr ist das Gesamtbild eines gesunden Lebensstils entscheidend. Du hast gelernt, dass die Empfehlungen auf der Gesamtheit der verfügbaren wissenschaftlichen Evidenz basieren, wobei die methodischen Herausforderungen der Ernährungsforschung berücksichtigt werden. Diese Forschung ist äußerst komplex, da Faktoren wie Dosis, Zeitpunkt, Dauer der Exposition und individuelle Ernährungsweisen in menschlichen Populationen schwer zu isolieren und zu messen sind.
Viele Erkenntnisse stammen daher aus Beobachtungsstudien wie Kohorten- und Fall-Kontroll-Studien, da langfristige, randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) oft unethisch, undurchführbar oder schlicht zu teuer wären.
Ein prägnantes Beispiel für die Schwierigkeiten und Kontroversen in der Forschung sind die gescheiterten Beta-Carotin-Studien: Obwohl Beobachtungsstudien auf einen möglichen Schutz vor Lungenkrebs hindeuteten, zeigten klinische Studien mit hochdosierten Beta-Carotin-Supplementen bei Rauchern eine Erhöhung des Risikos. Dies unterstreicht, dass die Einnahme einzelner Nährstoffe in hohen Dosen schädlich sein kann und die komplexen synergistischen Wirkungen von Nährstoffen in ganzen Lebensmitteln nicht durch Supplemente ersetzt werden können. Ähnliche Vorsicht ist bei anderen Supplementen geboten, wie etwa Selen, das in hohen Dosen toxisch sein kann und dessen therapeutisches Fenster eng ist.
Ein entscheidender Ausblick der Leitlinien betrifft die Empfehlung für gemeinschaftliches Handeln: Du als Einzelperson triffst zwar die Entscheidungen für deinen Lebensstil, doch diese Entscheidungen werden maßgeblich von deinem sozialen und physischen Umfeld beeinflusst. Die Leitlinien betonen, dass ein unterstützendes Umfeld unerlässlich ist, damit alle Menschen genuine Möglichkeiten haben, gesunde Verhaltensweisen zu wählen.
Das Papier zieht einen wichtigen Vergleich zur erfolgreichen Tabakkontrolle in den USA: Während anfängliche Aufklärungskampagnen nur zu einem allmählichen Rückgang des Rauchens führten, brachten erst umfassende, gemeinschaftsweite politische Maßnahmen ab Mitte der 1980er Jahre signifikante Verhaltensänderungen. Dazu gehörten Werbebeschränkungen, Preiserhöhungen durch Steuern, Rauchverbote in öffentlichen Räumen und Zugangsbeschränkungen für Kinder. Die ACS leitet daraus ab, dass ähnliche politische Ansätze und Strategien auf kommunaler Ebene erforderlich sind, um gesunde Ernährung und körperliche Aktivität in der gesamten Bevölkerung zu fördern.
Originaldokument: CA A Cancer J Clinicians - September October 2006 - Kushi - American Cancer Society Guidelines on Nutrition and Physical.pdf
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