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Lange Zeit glaubten wir, den heiligen Gral der regenerativen Medizin bereits gefunden zu haben. Das Dogma schien unumstößlich: Wenn ein Organ versagt oder eine Wunde nicht heilen will, benötigen wir frische, lebendige Zellen – vorzugsweise Stammzellen –, die wir wie mikroskopisch kleine Bauarbeiter in den Körper schicken, um den Schaden zu beheben. Doch während die Welt noch auf die mesenchymale Stammzelle (MSC) als den Goldstandard der Therapie schwor, stießen Forscher auf ein Paradoxon, das alles veränderte. Man beobachtete, dass transplantierte Stammzellen oft kurz nach der Injektion starben oder vom Körper abgestoßen wurden. Und dennoch geschah das Unfassbare: Die Heilung setzte trotzdem ein. Wie konnte das sein? Wie kann ein Bauarbeiter ein Haus reparieren, wenn er die Baustelle bereits verlassen hat? Die Antwort auf dieses Rätsel führt uns zu einer der faszinierendsten Entdeckungen des 21. Jahrhunderts. Wir haben erkannt, dass nicht die Zelle selbst das Wundermittel ist, sondern das, was sie hinterlässt: ihre „Botschaft“. Wir nennen es das Sekretom.

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